Ich zeige meine wunden Punkte und mache mich verletzlich, angreifbar …

Selbstportrait BernhardEs ist an der Zeit! Ich will mich zeigen! Das zeigen, was ich aus Furcht vor den Folgen seit Jahren nicht zeigen wollte.
Es ist an der Zeit!

Auch wenn die Angst mir gerade was anderes sagt!

Ich zeige meine wunden Punkte und mache mich verletzlich, angreifbar …

16. 1. 2021 – Ich sitze hier in meinem Wohnzimmer – zitternd vor Angst! Verstecke mich. Schotte mich ab! Kann nicht mal mehr klar denken! Jedes Telefonklingeln, jede Benachrichtigung auf dem Handy versetzt mich in Panik!

Warum das so ist? Ich glaube ein Trauma meiner Kindheit bricht auf – will gesehen werden! Und ich wurde gerade traumatisiert!
Ich wurde vor zwei Wochen mit einem Ultimatum, von einem Tag auf den anderen vor die Wahl gestellt:

    • Am 1. Weihnachtsfeiertag mit einer einseitig festgesetzten Zahlungsverpflichtung belegt. Rückwirkend, entgegen einer freundschaftlichen Abmachung. Fällig am 2. Weihnachtsfeiertag. Eine 4-stellige Summe zu zahlen.
    • Bei nicht einhalten des Ultimatums, defacto vor die Tür gesetzt! Schlüssel abgeben. Wohin? Ist ihr egal!
    • Ausserdem noch der Lüge bezichtigt und ganz subtil des Diebstahls verdächtigt!

 

Und seitdem läuft das Gedankenkarusell!!!! Mein Verstand malt sich die furchtbarsten Konsequenzen aus. In 3., 4., 5. Folge des aktuellen Ereignisses!

Und da sind sie – meine Trigger ersten Grades:

  • Ungerechtigkeit
  • Geldangst
  • Handlungsunfähigkeit

Die Zahlungsaufforderung hat keine Grundlage.
Und ich habe gerade KEIN GELD.
Ich weis mir nicht zu helfen. (keine Ideen und kein Geld)

Warum führt das bei mir zu solchen Reaktionen? Wo kommt das her?

Ich bin gestern in mich gegangen – hab mal genauer hingehört – Und ich erzähl dir jetzt etwas von meiner Geschichte, ich lasse mal ‚die Hosen runter‘ auch wenn mein Verstand gerade Amok läuft.

 

 

 


Als kleines Kind wurde ich mit Arrest bestraft. Und mit Schweigen. Wenn ich etwas „verbrochen“ hatte, wie z. B. bei körperlicher Züchtigung (an den Haaren ziehen, den Allerwertesten verhauen) zurückzuschlagen (mit 3-5 Jahren!), oder wenn man mich der Lüge bezichtigte – dann wurde ich auf mein Zimmer geschickt und durfte nur noch zu den Mahlzeiten herauskommen.

EINZELHAFT! und SCHWEIGEN! Eisiges Schweigen meiner wichtigsten Bezugsperson – meiner Mutter. Wie lange? Manchmal 5 oder 6 Tage. So lange konnte sie schweigen! Es wurde nur das nötigste gesagt. Und jede Annäherung abgeblockt. „Ich mag dich nicht, wenn du ungehorsam bist!“

Was hab ich daraus gelernt (heutige Schlussfolgerung)

  • Aufbegehren wird bestraft
  • Die Anderen sind immer stärker und mächtiger als ich
  • Wenn ich mich nicht unterwerfe droht mir der Tod – So fühlte es sich wohl als Kind an, verstossen, abgeschnitten von Liebe und Zuwendung!

Und genau darunter leide ich heute noch wie ein ‚Schwein‘!

  • Ohnmächtig!
  • Ideenlos! – Alle kreativität der Gedanken ist gelähmt!
  • Ich fühle mich Handlungsunfähig!
  • Ich wünsche mir Rückhalt!
  • Ich wünsche mir Unterstützung!
  • Dass jemand für mich, für mein Recht eintritt!
  • Ich fühle mich selbst nicht dazu in der Lage!
  • Ich hab keine Idee, was ‚man‘ da macht!
  • Immer haben die anderen Gewonnen!
  • In Worten kann ich mich nicht verteidigen!
  • Ich bin Schuldig!
  • Ich habe keine Chance!
  • Ich weis nicht, was ich tun soll!

 

Für Zucht und Ordnung wurden Kinder emotionell zugrundegerichtet!

Ja, das ist die Folge einer Erziehungsmethode die auf Grundsätze des 3. Reichs zurückreicht. Herzlose Methoden – an Stelle von Zuwendung, Mutmachen oder Potentiale erkenne und entfalten lassen!

 

Tief in mir muss eine riesige Wut sein! So groß, dass ich sie noch nie auch nur ansatzweise zulassen durfte! Erstickte Traurigkeit! Mutlosigkeit ob der gigantischen Aufgabe dieses Monster zu zähme! Oder Freizulassen?!
Jeder Versuch da dranzugehen wird gnadenlos von meinem Unterbewußtsein abgeblockt, verhindert -> Ist ja lebensgefährlich!

  • Ich ‚glaube‘, es nicht ertragen zu können, mit meiner Wut herauszutreten!
  • Ich ‚glaube‘, dass meine Wut hilflos verpufft und ich am Ende wieder unterworfen werde!
  • Mir fehlen die Worte, mich zu wehren!
  • Die Worte der anderen sind stärker!
  • Und zuschlagen ist keine Option!

Ich will nur in Frieden und Liebe leben!

Und bin gefangen in einer Erstarrung, Lähmung und Hilflosigkeit – die beim kleinsten Anlass zur Lebensbedrohung explodiert!

Wie kann ich als 50-jähriger Mann da herauskommen? Wie kann es sein, dass eine ungerechtfertigte Zahlungsaufforderung sich Lebensbedrohlich anfühlt?  –  Die Hilflosigkeit der Kindheit? – Ich glaube: Ja!
Ich sitze hier und weis nicht was tun!

 

 

 

 


Und jetzt kommt der Teil, der mir erst nochmal richtig Angst macht! Soll ich, oder soll ich nicht? Was wird passieren? Das selbe wie schon so oft? Ich werde gemieden, verlassen, verstoßen? Du glaubst ich übertreibe?

Etwas hab ich noch nicht erwähnt. Noch nie in der Öffentlichkeit!

Ich war 40 Jahre meines Lebens in einer religiösen Gruppe in der ‚das Leben nach strengen Regeln‘ zum Dogma erhoben wurde. Sowohl von „offizieller“ Lehre aber noch viel mehr von den Mitgliedern. Niemand konnte alles richtig machen, ABER man hatte klare Urteile für jeden anderen und sah genau was er nicht richtig machte!

UND von solchen, die sich etwas zu viel Freiheit herausnahmen hatte man Abstand zu halten – die waren „schlechte Gesellschaft“.
UND für schwerwiegende Vergehen wurde man aus der Gemeinschaft ausgeschlossen!
UND über allem stand stehts das drohende Urteil am Ende der Tage: LEBEN für Gehorsam und Bemühen, TOD für Fehler, Versäumnisse, Weigerung und Auflehnung.

Kein Freiraum für individuelle Entfaltung. Es gab für fast alles genaue Vorstellungen der „Gemeinschaft“: für Musik, die erlaubt bzw. nicht erlaubt war; für Frisuren; Haarlänge der Männer; Kleidungsstil; Rocklänge der Frauen; unangemessener ‚Reichtum‘ und, und, und …

Entfaltung war nur innerhalb des religiösen Rahmens gut angesehen. Studieren, predigen, lehren – da sollte man sich entfalten. Aber auch nicht zu frei – zu weltlich! Nicht zu auffällig, immer schön zurückhaltend und demütig. Immer daran denkend wie klein und unbedeutend man ist!

UND das perfide daran:
Darauf angesprochen, leugnet jeder der Mitglieder, dass es das gibt. Das sei gar nicht so! „Was maßt du dir an so negativ zu reden!“ „Wir sind die, die alles richtig verstehen! Wir sind die Wahre Religion! – Und DU bist abtrünnig, wenn du so sprichst!“

Ich wagte es irgendwann, SO zu DENKEN. Ich erlaubte mir, mich zu distanzieren, von dem was sich falsch anfühlte!

Und wenn ich darüber SPRACH – wurde ich gemieden. Verlor „Vorrechte“ – durfte keine offiziellen Tätigkeiten mehr ausführen.
Es wurde mir zu verstehen gegeben, dass ich FALSCH bin. Diese Haltung wurde als ‚Erziehung‘ gesehen. Man wollte mir damit ‚bewußt machen‘, dass ich etwas zu VERÄNDERN habe!

WIEDER DAS SELBE MUSTER MEINER FRÜHEN KINDHEIT: Wenn du nicht gehorsam bist, mag ich dich nicht; spreche ich nicht mit dir!

UND um nicht wieder, und wieder verletzt zu werden, hab ich mich zurückgezogen – MICH SELBER WEGGESPERRT?!
Schlussendlich sogar von meiner Familie. Sie haben den Kontakt schon lange nicht mehr gesucht, seit dem Tod meiner Mutter vor 15 Jahren – und seit ich den Kontakt auch nicht mehr suche, sehen wir uns nicht mehr (seit ca. 5 Jahren)

Ganz ähnlich mit der Schwiegerfamilie, die sich in unser Leben eingemischt hat. Uns zu verstehen gab, was wir alles falsch machen und die erwarteten, dass wir uns ändern! Sei ja nur zu unserem Besten – Damit wir am Jüngsten Tag nicht des Todes sind! Diesen Kontakt haben wir aktiv beendet!

 

UND?

Seit langer Zeit fühle ich mich allein … wenn ich es genau betrachte – schon mein Leben lang. Ich war nie mit meiner Umgebung in Beziehung. Weis gar nicht, wie ich auf andere Zugehen soll. Ich traue kaum noch jemandem zu, achtsam und freundlich mit mir umzugehen! Gerade die Eingangs erzählte Erfahrung hat mich erneut traumatisiert. Eine ‚Freundin‘ die uns großzügig unterstützen wollte, was neues, großes anzugehen – wirft uns raus und will Geld von uns!

Ich mache immer wieder die Erfahrung, dass ich, wenn ich meine Meinung vertrete – auf heftigen Widerstand stosse. Was immer mit Trennung endet. Keine Kompromissbereitschaft. Nur Vorschriften, Forderungen und Anklagen.

 

Wo ist ein Ausweg?

  • aus der Einsamkeit?
  • aus dem Misstrauen?
  • aus der Angst vor erneuter Verletzung?
  • aus der Ideenlosigkeit?
  • aus der Lähmung?

Wo ist MEIN Leben?
Wo bin ICH?
Wer währe ich ohne DAS alles?
Und wie finde ich den Weg?

 

 

 


Ein kleiner Rückblick: Was hab ich schon alles erreicht, bewältigt?

  • Immerhin habe ich vor 5 Jahren den Kontakt zu dieser Religionsgemeinschaft aufgegeben
  • Vor 7-8 Jahren habe ich meine Frau in ihrer schwersten Angstzeit begleitet und einen Teil dazu beigetragen, dass sie aus der Angst heraus kam
  • Vor 4 Jahren war dann meine Kraft zu Ende: Berufsende mit Burnout und der Sorge: wovon sollen wir leben?
    • 1 Jahr Krankengeld ‚erkämpft‘, bei einem Arzt ohne Verständnis für Burnout
    • 1 Jahr Arbeitslosigkeit, mit Bangen bei jedem AMS-Besuch, ob es noch weiter geht
  • Seit 2 Jahren unterstütze ich meine Frau beim aufbau ihres Unternehmens, und lebe mit der immer wiederkehrenden Angst, dass die Ersparnisse zu Ende gehen, von den wir seit 4 Jahren Monat für Monat etwas abknapsen um über die Runden zu kommen, und ins Business zu investieren
  • Seit 3 Jahren verdiene ich durch schlecht bezahlte Nebenjobs ein wenig Geld dazu

 

 

 

 


Da will ich hin!

  • Meine Kraft spüren und erleben!
  • Freiheit, Freude und Frieden
  • Vertrauen ins Leben und in mich finden
  • Liebe spüren und geben, frei und unkompliziert
  • Berühren und berührt werden
  • Energie der Natur und des Kosmos durch mich fließen lassen

Mein neues Wort des Jahres 2021 ist:

BEFREIUNG

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